ARNO
RAUNIG

Sopranist, Countertenor, Producer, Schriftsteller

„Die Engelsstimme mit der Virtuosität eines Paganini – klar wie ein Kristall und süß wie der Hauch eines edlen Parfums“

 

 

ARNO RAUNIG

14.1.1957 Klagenfurt, Österreich. Opernsänger (Sopranist, Countertenor), Schriftsteller.

LEBENSLAUF

Arno Raunig ist der erste österreichische Countertenor und Sopranist, ein vielseitiger Künstler. Er zählt – ähnlich wie Alfred George Deller in England – zu den Hauptfiguren, die im 20. Jahrhundert in Österreich die Rückkehr der Countertenor-Stimme in die Renaissance- und Barockmusik maßgeblich mitgeprägt und popularisiert haben.

Doch er ging über Deller hinaus und belebte die schwierigsten Barockarien wieder, die einst nur von virtuosen, berühmten Kastraten wie Farinelli, Caffarelli oder Senesino gesungen werden konnten.

KARRIERE

Arno Raunig singt an vielen großen Opernhäusern wie der Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Amsterdamer Oper, Opernhaus Zürich, Oper in Prag, Rom, Warschau, Paris, Basel, Darmstadt, Wiesbaden usw. Auftritte in den größten Konzertsälen wie Musikverein Wien, Philharmonie Berlin, Gasteig München, Liederhalle Stuttgart, Glocke Bremen, Konzerthaus Wien, Laeiszhalle Hamburg, Herkulessaal München, Paula de la Musica Catalana, Belá Bartók Saal Budapest, Brucknerhaus Linz, J. Kleiberthsaal Bamberg.

Mit der besonders hoher Sopranstimme und dem einzigartigen Timbre hat Arno Raunig die Möglichkeit einer Annäherung an die legendären Kastratenstimmen.

besondere Verdienste

Arno Raunig ist Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst und des Großen Ehrenzeichens des Landes Kärnten.

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“GRAZIL UND ELEGANT ERKLANG DER MÄNNLICHE SOPRAN Die grazile Sopranstimme Arno Raunigs beeindruckte immer wieder. Leichtigkeit und Frische. Mit vornehmer Eleganz wirkte der Sopranist auch in der berühmten Arie “Lascia chio pianga”. Am Ende aber zeigte der Sänger sein gesammtes Technisches Können. ….waren erstaunliche Koloraturen zu hören und eine Stimme, die bis in die Höhenlagen Substanz und Kraft bewahrte“.

Frankfurter neue Presse

News / Info / Archive

Wiederbelebung des „Goldenen Apfels“ in Wien

Der Triumph von Arno Raunig

26. April 1989 · Wien
Mozartsaal des Konzerthauses Wien

Genau 321 Jahre nach der Uraufführung (1668) hat der österreichische Countertenor und Barock-Enthusiast Arno Raunig erstmals in der Neuzeit die monumentale Oper von Marc’Antonio Cesti „Il Pomo d’Oro“ („Der goldene Apfel“) wiederbelebt.

Es handelte sich um eine konzertante Aufführung – die erste abendfüllende Wiedergabe der Oper seit dem 17. Jahrhundert und zugleich die erste moderne Wiener Fassung (Mag. Heinz Prammer) dieses Meisterwerks. Veranstaltet wurde das Ereignis vom Wiener Georg Friedrich Händel Verein, den Raunig 1986 gegründet hatte.

Raunig wirkte dabei gleichzeitig als

  • Produzent
  • Regisseur der konzertanten Fassung
  • Solist in der Rolle der Aurinda – der unglücklich verliebten Prinzessin, deren Szene zum Höhepunkt und zum größten Triumph des Abends wurde

Er versammelte ein herausragendes Ensemble europäischer Barockspezialisten, ein exzellentes junges Sängerensemble mit 16 Solisten – darunter später so bekannte Sänger wie KS Angelika Kirchschlager, Freda McNair und Manfred Equiluz –, das Orchester des Wiener G. F. Händel-Vereins sowie das Ensemble Wien Barock unter der Leitung von José Vázquez auf historischen Instrumenten und den Chor der Wirtschaftsuniversität Wien.

Die musikalische Einstudierung und Gesamtleitung lag bei Mag. Heinz Prammer, dessen ausdrucksstarke Gestik das große Ensemble zusammenhielt.

Das Continuo-Ensemble

  • Brigitte Zaczek – Theorbe
  • Wolfgang Capek – Positivorgel
  • Michael Gailit – Cembalo
  • José Vázquez – Viola da gamba, primus inter pares

Das Ereignis war ausverkauft und wurde zur Sensation in der Musikwelt – trotz fehlender Programmhefte mit dem Libretto-Text.

Genau diese Produktion Raunigs brachte „Il Pomo d’Oro“ zurück ins Repertoire und ebnete den Weg für alle späteren Wiederaufnahmen.

Übrigens: Nur wenige Monate später, im Juni 1989, organisierte ein anderes Wiener Team – Chor und Orchester Spectaculum unter Gerhard Kramer – eine eigene Fassung, die sich stark an Raunigs Konzept und teilweise sogar am Personal orientierte.

Der Pionier jedoch, der die Oper nach mehr als zwei Jahrhunderten des Schweigens aus dem Vergessen holte, bleibt Arno Raunig. Es war sein persönlicher Triumph und eines der mutigsten Barock-Projekte Österreichs am Ende des 20. Jahrhunderts.

“Sopranist Arno Raunig singt mit einer Stimmweite von gleißenden Soprankoloraturen bis in baritonale Tiefen, teuflisch gut und extravagant“.

Wiener Zeitung

CDs & Books

“… der überraschend klangschöne Countertenor von Arno Raunig Der Mann ist in der Tat ein Phänomen: Seine helle Sopranstimme besticht selbst in sehr hohen Lagen durch Rundung und betörende Süsse“.

Die Presse