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Magisches Weihnachtskonzert in Wien! Arno Raunig, Vincent Schirrmacher & Weihnachtskinderchor
2. November 2019CD-PRÄSENTATION
Engelsstimme mit Bandbreite von fast fünf Oktaven
(Artikel 2019)

Ein Gespräch mit Arno Argos Raunig
Überirdisch hoch klingt sein „Cherubino“ aus „Le nozze di Figaro“ und wenn er die Koloraturen des „Sesto“ aus „La clemenza di Tito“ intoniert, kann man kaum glauben, dass man eine Männerstimme hört. Arno Raunig (62) singt Rollen, die sonst nur Frauen singen, und nennt sich „Sopranist“. Sieben Jahre lang wurde er bei Ruthilde Boesch, auch Lehrerin von Edita Gruberová, „wie eine Sopranistin“ ausgebildet. Der gebürtige Klagenfurter, der bei den Wiener Sängerknaben das fünfgestrichene C und „spielend“ die „Königin der Nacht“ sang, erreichte nach dem Stimmbruch mit dem dreigestrichenen F die gleiche Leistung wie der berühmte Kastrat Farinelli im 18. Jahrhundert.
Derzeit verfügt der in Wien lebende Künstler, der vom dreigestrichenen C bis zum Bass singen kann, immer noch über eine Bandbreite von viereinhalb Oktaven. Heute präsentiert der Sopran-Countertenor, der an großen Opernhäusern mit berühmten Dirigenten wie Karajan, Harnoncourt, Kleiber oder Böhm gearbeitet hat, seine neue CD mit den bekanntesten und schwierigsten Arien, die Mozart für Kastraten geschrieben hat.
Begleitet vom Symphonieorchester Sofia unter dem Dirigenten Paul Weigold interpretiert Raunig zwölf Arien auch aus „Idomeneo“, „Mitridate“, „Lucio Silla“, „La finta giardiniera“ oder „Il re pastore“ auf sehr gefühlvolle Weise. „In dieser Höhe und mit diesem Stimmumfang ist die CD einzigartig“, ist sich der Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, dessen Lieblingsrolle der Ruggiero in Händels Oper „Alcina“ an der Züricher Oper war, sicher. Das ungewöhnliche Hörerlebnis rührt auch daher, dass die Stimme des Künstlers zwar hoch wie eine Knabenstimme, aber laut und voluminös klingt.„Ich singe wie ein Kastrat, bin aber keiner“, lacht der Vater eines erwachsenen Sohnes, wenn ihm eine heikle Frage gestellt wird. Seine Stimme sei „eine Laune der Natur“. Vor drei Jahren hat er ein Buch geschrieben, um Interessierten die Geschichte der jungen Kirchensänger, die vor dem Stimmbruch kastriert wurden, nahezubringen. Angeblich seien sie begehrte Liebhaber gewesen, erzählt Raunig, dessen Repertoire neben Farinelli-Arien auch romantische Lieder, zeitgenössische Musik, Pop und Crossover umfasst.
Die CD erhält man im ausgewählten Fachhandel und über die Homepage www.arnoraunig.com.
Elke Fertschey




